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Fahrrad Airbag – der moderne Fahrradhelm

Fahrrrad Airbag

Die Unfallstatistik für Radfahrer ist erschreckend, tausende Fahrradunfälle und unzählige Verletzte oder gar Tote. Doch wie kann man sich ausreichend schützen?
Ein Fahrradhelm könnte im Falle eines Unfalls vor schwerwiegenden Verletzungen schützen, jedoch tragen leider die wenigsten Fahrradfahrer einen Helm.
Neben dem herkömmlichen Fahrradhelm wurde in den letzten Jahren eine innovative und verbesserte Schutzvorrichtung entwickelt – der Fahrrad Airbag. Dieser kann wie ein Kragen/ Schal getragen werden und wird, ähnlich wie beim Auto, beim Unfall ausgelöst, umschließt schützend den Nacken und Kopf des Trägers.

 

 

Es gibt viele Gründe, warum sich Radfahrer für einen Fahrrad Airbag und gegen einen Helm entscheiden.
Zum einen bietet ein solcher Airbag eine höhere Sicherheit, da der gesamte Kopf und Halsbereich geschützt wird, zum anderen finden viele das Tragen eines Helmes unangenehm, da sie unter dem Kunststoff schwitzen oder sie möchten nicht, dass die Frisur niedergedrückt wird.

Wie funktioniert der Fahrrad Airbag?

Erkennt der Fahrrad Airbag einen ungewöhnlichen Bewegungsablauf, wie es bei einem Unfall der Fall ist, wird er innerhalb von 0,1 Sekunden aufgeblasen. Der Gasdruck im Airbag bleibt einige Sekunden gleichmäßig erhalten und schütz so auch bei hohen Geschwindigkeiten, bei einem weiten Sturz oder bei mehreren aufeinanderfolgenden Aufprällen.
Der Kaltgasgenerator, der den Airbag aufbläst ist im Nackenbereich des Kragens positioniert. Der Fahrrad Airbag wird mit Helium gefüllt.

Der aufgeblasene Airbag hat die Form einer Kapuze, dadurch bleibt das Sichtfeld frei während der restliche Kopf geschützt ist. Das verwendete Material ist ein hoch resistenter Nylonstoff, der auch bei Kontakt mit spitzen oder rauen Oberflächen nicht reißt.

Der Schutz ist dort am größten, wo er auch wirklich notwendig ist. Es wird nicht nur der Kopf geschützt, sondern auch der gefährdete Nacken –und Halsbereich. Um Verletzungen der Halswirbel zu verhindern, ermöglicht der Fahrrad Airbag eine besonders schonende und komfortable Dämpfung des Aufpralles.

Fahrrad Airbag Funktionsweise 2

Die Sensorik hinter dem Airbag Helm

Ein wichtiger Bestandteil des Airbag Systems ist die Sensorik und der verwendete Algorithmus. Während des jahrelangen Entwicklungsprozesses wurde der Fahrrad Airbag in unzähligen, mit Hilfe von Crashtests und Stuntfahrern, simulierten Radunfälle getestet, um die Bewegungsabläufe von Fahrradfahrern alysieren zu können. Zudem wurden die Airbags bei normalen Fahrten eingesetzt, die Bewegungsmuster ohne Unfall identifiziert und anschließend in den Algorithmus aufgenommen.

Dank dieser Daten kann die Airbag Helm Sensorik einen Unfall vom normalen Radfahren unterscheiden. Zum „normalen“ Bewegungen zählen alle Aktivitäten, die während des Radfahrens ausgeführt werden, wie z.B. den Kopf drehen, der Schulterblick, aber auch beispielsweise das Hinunterbücken, um etwas aufzuheben.

Der eingebaute Bewegungssensor erfasst Ihre Bewegungen bis zu 200 Mal pro Minute und gleicht diese mit den gespeicherten Bewegungsmustern ab.

 


Angst vor Fehlauslösen:
Keine Sorge, die Sensorik hinter dem Fahrrad Airbag ist durchdacht und arbeitet wirklich exakt. Bei Bewegungen wie hartes, plötzliches Bremsen oder ruckartige Bewegungen des Lenkers löst der Airbaghelm noch nicht aus.


 

Bestandteile – Kragen (Fahrrad Airbag) und Überzug

Fahrrrad Airbag Bestandteile 1Der Fahrrad Airbag besteht, neben der Sensorik, eigentlich aus zwei Teilen – einem Kragen mit eingebautem Airbag und einem modischen Schutzüberzug.

Das Gewebe des Kragens ist wasserabweisend und dient dem Schutz des Airbags vor ungewollten äußeren Einflüssen. Sollte der Kragen selbst schmutzig sein, können Sie diesen vorsichtig mit einem Tuch abwischen, vermeiden Sie es ihn unter laufendes Wasser zu halten.

Da man jedoch beim Tragen des Airbags am Hals zum Schwitzen kommen kann, wurden spezielle Überzüge entwickelt die Schmutz und Schweiß abhalten. Die Überzüge gibt es in verschiedenen Farben und Mustern, können leicht passend zum Outfit ausgewechselt werden und sind ganz einfach zu waschen.

Um ein ergonomischen Tragekomfort zu erreichen und das Gewicht gleichmäßig zu verteilen, ist der Fahrrad Airbag hinten etwas schwerer, als vorne, sodass die Belastung z.B. beim Vorbeugen auf dem Rücken liegt.

 

So wird der Fahrradhelm Airbag richtig eingesetzt

Bevor Sie losfahren, legen Sie den Fahrrad Airbag um den Hals und schließen Sie den vorderen Reißverschluss bis nach oben. Um die ordnungsmäßige Funktion gewährleisten zu können, ist es wichtig, dass der Reißverschluss wirklich bis hinauf zum Kinn geschlossen ist.
An der Schlaufe des Reißverschlusses befindet sich der Ein –und Ausschalter, erst wenn dieser aktiviert wurde, ist auch der Airbag einsatzbereit. Um den Schalter zu aktivieren, müssen Sie diesen rechts beim Kragen fest verschließen.

Ob der Airbag Helm wirklich funktionsbereit ist, wird durch ein LED Licht und einem kurzen Ton signalisiert. Näheres lesen Sie bitte in der Beschreibung nach. Die LED Lichter zeigen auch den Akkustand an.

Mehr erfahren Sie auch bei unserem Fahrrad Airbag Test.

Fahrrad Airbag Knopf

Akkulaufzeit

Der Fahrrad Airbag ist mit einem wieder aufladbaren Akku ausgestattet, dieser ist nach ca. 10-15 Stunden Radfahren aufgebraucht und muss dann an die Steckdose. Im Off-Zustand hält der Akku bis zu 36 Tage. Die eingebauten Sensoren sind ständig aktiv und verbrauchen viel Energie. LED Lichter am On-Schalter zeigen an, wie der derzeitige Akkustand ist und ob er aufgeladen werden sollte. Zusätzlich warnt ein Tonsignal vor einem zu geringen Batteriestand. (ca. 1 Std. bevor der Akku leer ist)

Das Aufladen erfolgt ganz einfach über ein mitgeliefertes USB-Ladekabel, das am Computer angesteckt werden kann. Sie können den Airbag auch mittels herkömmlicher Handy-Ladegeräte mit Micro-USB-Kabel aufladen und nach kurzer Ladezeit bald wieder verwenden.

Praxisbeispiel:
Bei ca. 30min Radfahren am Tag müssen Sie den Akku erst nach ca. 2 Wochen wieder aufladen. Die Ladezeit bei kompletter Entladung beträgt ca. 6 Stunden.

 

Hövidng 2.0 – Der Fahrrad Airbag wird noch besser

Die schwedische Firma Hövding hat den Fahrrad Airbag erstmal 2013 auf den Markt gebracht und überzeugte damals schon unzählige zufriedene Kunden mit der Version Hövding 1.0. Mit der Erfahrung der vergangenen Jahre konnte jedoch eine Verbesserung des „unsichtbaren Fahrradhelms“ entwickelt werden und diese wurde im August 2015 in Form des Hövding 2.0 veröffentlicht.

Die Materialien des Airbag Helms haben sich kaum geändert. Die Hülle besteht immer noch aus einem hochresistenten und reißfesten Kunststoff. Die Funktion, dass sich der Hövding 2.0 im Falle eines Unfalles aufbläst und sowohl den Nacken, als auch den Kopf des Trägers schützt, ohne dass dabei das Sichtfeld eingeschränkt wird, besteht selbstverständlich ebenfalls noch.

Doch was hat sich eigentlich geändert?

Zum einen wurden immense Datenmengen über das Verhalten der Träger beim alltäglichen Radfahren gesammelt. Zudem konnten zahlreiche Unfälle ausgewertet werden und die gewonnen Daten für eine Weiterentwicklung der eingebauten Sensoren im Hövding 2.0 verwendet werden.

Trotz erhöhten Sicherheitsansprüchen ist es den Entwicklern gelungen das Gewicht des Fahrrad Airbag Hövding 2.0 von 635 Gramm um 100g zu reduzieren und somit den Tragekomfort zu erhöhen.

Außerdem wurde an der Bedienung gearbeitet und die Nutzung erleichtert.

Der Hövding 2.0 ist nicht nur ein Retter in gesundheitsgefährdeten Situationen, sondern auch ein stylisches Accessoire für jeden Radfahrer. Mit den neuen Überzügen kann der eigene Fahrrad Airbag ganz nach persönlichen Vorlieben gestaltet werden, ohne die Funktion zu beeinträchtigen.

 


Qualität und Sicherheit – Kennzeichnungen

Um einen Helm Airbag in Europa verkaufen zu dürfen ist eine sogenannte CE – Kennzeichnung erforderlich. Diese gewährleistet, dass das geprüfte Produkt dein europäischen Vorschriften und Anforderungen für Schutzausrüstung genügt.

  • Folgende Kriterien müssen von den Helmen und Airbags erfüllt werden:
    • Bei einem Unfall muss der Stoß gedämpft werden und die Bewegungsenergie aufgenommen werden. Dadurch wird der Kopf geschützt.
    • Beim normalen und alltäglichen Gebrauch muss die Funktionalität erhalten bleiben.
    • Es dürfen keine zusätzlichen Gefahrenquellen, z.B. ungünstig platzierte Metallteile, spitze Enden etc., auftauchen.

Das Produkt muss gegenüber äußeren Einflüssen, wie Wasser, Temperaturunterschieden und UV Einstrahlung, beständig sein.

Im Jahr 2012 teste die schwedische Versicherungsgesellschaft Folksam 13 Fahrradhelme. Der Test hatte die gleichen Kriterien wie bei der CE-Kennzeichnung, aber wurde mit einer höheren Aufprallgeschwindigkeit von 25 km/h statt 20 km/h durchgeführt.

Herkömmliche Helme erreichten auf der G-Kraft Skala 196 bis 294 g. Je niedriger dieser Wert, ist, desto besser schützt der Helm den Kopf des Trägers bei einem Unfall. Der Fahrrad Airbag von Hövding hat dabei einen Wert von 65 g erreicht und hat damit eine bis zu 3-mal bessere Stoßdämpfung als klassische Helme.

Quelle: Fahrrad Helm Test von Folksam


 

Vergleich & Fazit – Solider Helm vs Fahrrad Airbag

Kurz auf den Punkt gebracht: Die Vorteile des Fahrradairbags liegen in einer klar Überlegenen Abschirmungsfläche und Dämpfungswirkung gegenüber gewöhnlichen Fahrradhelmen. So gibt er selbst in ungünstigen Aufschlagpositionen möglicherweise den alles entscheidenden, lebensrettenden Vorteil. Zudem ist der Kopf stets frei, was die Übersicht und den Fahrkomfort spürbar erhöht. Frauen dürften es außerdem zu schätzen wissen, dass die Frisur selbst nach einer längeren Radtour noch perfekt sitzt.

Verhalten beim TragenDennoch ist ein normaler Schutzhelm physikalisch immer in Position und kann keinen technischen Defekt, sondern höchstens Materialfehler erleiden. Ob der Fahrrad Airbag wie geplant funktioniert, klärt sich erst nach einem Unfall – und dann könnte es zu spät sein. Testreihen und Prüfsiegel belegen jedoch eindeutig die Zuverlässigkeit und ausgesprochen hohe Schutzwirkung des Fahrrad Airbag. Angst vor technischem Versagen sind daher rein psychologisch begründet und müssen von jedem Radfahrer selbst abgewogen werden. Bleibt der Preis: Der Fahrrad Airbag Hövding 2.0* kostet deutlich mehr als die etablierte Konkurrenz, was aber angesichts der massiv erhöhten Sicherheit und der Technik auch nachvollziehbar ist.

 


Falls Sie schon Besitzer und Träger eines Fahrrad Airbag sind, haben Sie den richtigen Schritt für Ihre persönliche Sicherheit getan. Sollte wirklich ein unglücklicher Unfall passieren, werden Sie und Ihre Angehörigen dankbar für den Schutz sein.

Haben Sie noch keinen Fahrrad Airbag?